Verliebt in die neue 41 mm Code 11.59 von Audemars Piguet mit Automatikaufzug und grauem Zifferblatt

Die „Code“ gefällt mir immer besser. Es war nicht gerade Liebe auf den ersten Blick, gelinde gesagt. Doch mit der Zeit und, was noch wichtiger ist, einigen dringend notwendigen, signifikanten optischen Änderungen finde ich die Uhr immer sympathischer, und das nicht nur wegen des scheinbar langweiligen Zifferblattdesigns und des etwas lächerlichen Namens. Letztes Jahr hatte ich ein äußerst angenehmes Erlebnis mit einem Automatikmodell in Rotgold mit blauem Zifferblatt, und dieses Jahr wurde es noch spannender, als ich die neue 41-mm-Code 11.59 von Audemars Piguet Selfwinding in Grau entdeckte. Mann, diese Dreizeigeruhr aus Stahl hat es in sich. Aber sie hat auch das gewisse Etwas, das mich über die Code nachdenken lässt. Könnte sie ein Einstieg in das AP-Universum sein, oder muss man immer mit einer Royal Oak beginnen? Das ist nur eine der Fragen, auf die ich noch eine Antwort suche.

Lasst uns die Uhr genauer betrachten, bevor wir über den eventuellen Kauf einer Code und die möglichen Folgen nachdenken. Die Code hat seit ihrem Debüt 2019 eine lange Entwicklung durchgemacht. Vor allem die Dreizeiger-Automatik hat eine bemerkenswerte Metamorphose durchgemacht. Sie wandelte sich vom hässlichen Entlein zu etwas, das eher einem Schwan ähnelt. Die vielen eintönigen Zifferblätter mit vier einsamen arabischen Ziffern, dem ungleichmäßigen Datumsfenster bei 4:30 Uhr und den erschreckend dünnen Zeigern sind verschwunden. Indexe haben den Platz eingenommen, das Datum ist auf 3 Uhr gewandert, die Zeiger wurden durch üppigere, skelettierte ersetzt, und die Zifferblätter zeigen nun ein dynamisches Muster, das man mit Guillochierung verwechseln könnte. Stattdessen handelt es sich um ein geprägtes Zifferblatt mit einem Wellenmuster. „Geprägt“ klingt weniger luxuriös als „Guillochierung“, doch das von Yann von Kaenel, einem unabhängigen Guillochierspezialisten, entworfene Muster wirkt reich und üppig. Die neue 41-mm-Code 11.59 von Audemars Piguet mit Automatikwerk in Grau ist die bisher beste Version. Die 41 mm Code 11.59 von Audemars Piguet Automatik aus allen Blickwinkeln
Letztes Jahr war ich von der oben abgebildeten 41 mm Roségold-Uhr Code 11.59 von Audemars Piguet Automatik begeistert. Zwei Dinge standen einem möglichen Kauf jedoch im Weg. Die Referenz 15210OR.OO.A348KB.01 hat einen stolzen Preis von 35.600 € (das mit Abstand größte Hindernis), und ich glaube, Roségold und Blau sind zwar attraktiv, aber keine Kombination, die mir lange Freude bereiten würde.

Es gab jedoch viele Elemente, die mich beeindruckt haben – zum Beispiel die Proportionen. Das 41 × 50 × 10,7 mm große Gehäuse passt perfekt zu meinem Handgelenk. Auch die Gehäusekonstruktion ist etwas ganz Besonderes. Man wird sie erst erleben und voll und ganz genießen, wenn man die Uhr in echt in der Hand hält; auf Bildern kommt sie einfach nicht rüber. Das Gehäuse gleicht einem Sandwich, in dem Lünette und Gehäuseboden das achteckige Mittelgehäuse halten. Die durchbrochenen Bandanstöße sind mit der Lünette verschweißt; sie berühren den Gehäuseboden, sind aber nicht mit ihm verschweißt. Besonders hervorzuheben ist die hochwertige gebürstete und polierte Oberfläche von Gehäuse und Bandanstößen, ebenso wie Details wie die Sechskantschrauben für das Armband.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Code ist das doppelt gewölbte Glas. Seine Form kombiniert einen klassischen konvexen Kreis auf der Unterseite mit einer vertikalen Kurve von 12 bis 6 Uhr auf der Oberseite. Das Glas bietet von oben einen unverformten Blick auf das Zifferblatt und erzeugt aus bestimmten Blickwinkeln eine magische Verzerrung. Betrachtet man jedoch eine Code von vorne, bleiben die komplizierte Konstruktion und Ausführung des Gehäuses sowie das dynamisch geformte Glas unbemerkt, was fast sofort zu Missverständnissen und einer Unterschätzung der Uhr führt.

Diese Code beschert mir das Tetris-Syndrom.
Seit ich die neue graue Code während der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum Anfang des Jahres im Audemars Piguet-Hauptquartier in Le Brassus getragen habe, beschäftigt mich diese Uhr nicht mehr. Diese Stahl-Code beschert mir eine leichte Form des Tetris-Syndroms. Dieser Effekt oder das Syndrom, benannt nach dem berühmten Videospiel, kann auftreten, wenn man viel Zeit, Mühe und Gedanken einer Sache widmet. Infolgedessen kann die Beschäftigung mit dieser Sache – in diesem Fall einer Uhr – dazu führen, dass sie Gedanken, (Tag-)Träume und andere Erfahrungen verändert, die nicht direkt damit verbunden sind. Die graue Code taucht immer wieder in unerwarteten Momenten in meinen Gedanken auf, und ich frage mich ständig, was passieren würde, wenn ich eine besäße. Gleichzeitig kann ich mir aber nicht vorstellen, eine zu besitzen und zu tragen.

Die materiellen Aspekte der Uhr scheinen mir nicht im Wege zu stehen, sie an meinem Handgelenk zu manifestieren. Nicht nur die Proportionen stimmen, sondern auch die Farben. Das Grau wirkt seriös und zugleich frisch und sportlich. Es wirkt informell, doch das geprägte, wellenartige Muster verleiht ihm eine gewisse formale Würde. Und dann ist da noch der „Bleu Nuit, Nuage 50“-Ring. Dieser ist nicht nur ein ikonischer „AP“-Farbton, sondern der erhöhte Ring verleiht dem grauen Zifferblatt auch gerade genug Glanz.

Gekleidet für den Anlass
Die Dreizeiger-Code ist die perfekte Alltagsuhr für die heutige Zeit. Die irritierend vagen Dresscodes „Casual Chic“ und „Business Casual“ ergeben beim Anblick dieser Uhr plötzlich einen Sinn. Sie bietet eine klassische Form mit einem Twist in moderner Größe und einem Armband, das handgefertigten Turnschuhen gleicht. Das graue, kautschukbeschichtete Armband mit einer Verjüngung von 22–20 mm und einer zarten Textur ist sportlich und elegant. Das Armband rundet die Code 11.59 sozusagen ab. Es passt perfekt zu Hawaiihemden, Jeanshemden, Hemden oder Businesshemden. Auch die Dornschließe, für die sich AP entschieden hat, verdient Erwähnung und Lob. Sie ist eine gut verarbeitete und einfach zu bedienende Alternative zu einer unnötig komplizierten Faltschließe, die ein falsches Gefühl von Luxus vermittelt.

Eine Code 11.59 statt einer Royal Oak – ist das überhaupt möglich?
Woher also mein Zögern, die Code 11.59 von Audemars Piguet mit grauem Zifferblatt und Automatikaufzug zu kaufen? Nun, zunächst einmal ist da der Preis. Man gibt nicht einfach so 26.600 € für eine Uhr aus. Ich jedenfalls nicht. Und dann sind da noch die anderen Uhren der AP-Kollektion. Kann die erste AP etwas anderes als eine Royal Oak sein? Vergleicht man die Preise, ist die Auswahl gering. Die 37 mm große Royal Oak mit Automatikaufzug, Ref. 15550ST.OO.1356ST.06, liegt preislich recht nahe dran. Aber wenn ich 27.300 € für eine Royal Oak ausgebe, eine Uhr mit Kultstatus, möchte ich nicht ständig das Gefühl haben, sie sei zu klein für mein Handgelenk. Ich weiß, dass das passieren wird, denn ich habe sie anprobiert und sie fühlte sich nicht richtig an.

Theoretisch vs. praktisch
Größen und Preise bis zur 41 mm großen Royal Oak Automatik Ref. 15510ST.OO.1320ST.06 sind ebenfalls keine Option. Diese 28.500 € teure Uhr ist nicht nur zu groß, sondern vermittelt auch ständig den Eindruck, die Royal Oak „Jumbo“ Extra-Thin Ref. 16202ST.OO.1240ST.02 sei die Richtige. Sie kostet theoretisch 35.900 €. Der praktische Chrono24-Preis dieser nicht verfügbaren Uhr liegt im Durchschnitt 30.000 € höher.

Und wie sieht es mit der Royal Oak Offshore Diver Ref. 15720ST.OO.A009CA.01 aus? Ja, ich habe seit ihrem Erscheinen eine Schwäche für die „ROO“ Diver. Doch die klobige Taucheruhr für 30.300 € ist auch limitiert. Sie ist nicht gerade ein vielseitiger Zeitmesser, der zu allem passt und nie fehl am Platz wirkt. Und das führt mich zurück zur neuen 41 mm Code 11.59 von Audemars Piguet Selfwinding. Mit ihrem grauen Zifferblatt, dem blauen Höhenring und dem dunkelgrauen Armband passt diese Uhr perfekt zu meinem Handgelenk und meiner Garderobe. Auch mit dem 257-teiligen Automatikkaliber 4302, das im Gehäuse schlägt, bin ich mehr als zufrieden. Dieses hauseigene 4-Hz-Uhrwerk bietet eine Gangreserve von 70 Stunden und ist, wie der transparente Gehäuseboden verrät, hübsch verziert.

Das Herz will, was das Herz will. Da haben Sie es. Nachdem ich sie aus verschiedenen Perspektiven und Blickwinkeln betrachtet habe, ist die neue Code 11.59 von Audemars Piguet Automatik in Grau die perfekte Uhr für mich. Es ist seltsam, sich in eine Uhr zu verlieben, die man anfangs nicht mochte, dann aber liebte und begehrte, bereit war, ein kleines Vermögen dafür auszugeben und eine Ikone wie die Royal Oak zu ignorieren. Ich brauche vielleicht noch etwas Zeit, bis die Code aus Stahl und Grau und ich heiraten, aber die Liebe zwischen uns ist viel mehr als nur Verliebtheit; es ist echte Liebe. Sagen Sie in den Kommentaren, was Sie wollen; es ist mir egal. Tief im Inneren wissen Sie, dass das uhrenliebende Herz das will, was das uhrenliebende Herz will, und Sie können wenig, vielleicht gar nichts, dagegen tun.

Uhrenspezifikationen
MARKE
Audemars Piguet
MODELL
Code 11.59 von Audemars Piguet Automatik
REFERENZ
15210ST.OO.A009KB.01
ZIFFERBLATT
Grau mit geprägtem Muster, Leuchtindizes und -zeiger aus 18 Karat Weißgold, gerahmtes Datumsfenster und blauer Höhenring mit 60-Minuten-Skala
GEHÄUSEMATERIAL
Edelstahl mit gebürsteten und polierten Oberflächen
GEHÄUSEABMESSUNGEN
41 mm (Durchmesser) × 50 mm (Bandanstoß zu Bandanstoß) × 10,7 mm (Dicke)
GLAS
Doppelt gewölbtes Saphirglas mit Antireflexbeschichtung
GEHÄUSEBODEN
Edelstahl und Saphirglas, fünffach verschraubt
UHRWERK
Audemars Piguet 4302: Automatikwerk mit Handaufzug und Stoppfunktion, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, 70 Stunden Gangreserve 32 Steine, freischwingende Unruh mit variablen Trägheitsgewichten, Perlierung, Genfer Streifen, polierte Fasen, Rhodinierung, Rotor aus 22 Karat Rotgold
WASSERDICHTIGKEIT
30 Meter
ARMBAND
Gewebtes Textil mit grauer Kautschukbeschichtung und Lederfutter, 22/20 mm breit, Dornschließe aus Edelstahl
FUNKTIONEN
Uhrzeit (Stunden, Minuten, Sekunden) und Datum
PREIS
26.600 €

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